Bundespräsidentschaftswahl 2016 . Ergebnisse . Briefwahl . Wahlanfechtung . Wahlrecht
Vergleich der Kandidaten der Stichwahl:  Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen

Bundespräsidentenwahl in Österreich

Wahlanfechtungen zur Bundespräsidentenwahl:
Offensichtlich gibt es mehrere Wahlanfechtungen, nämlich zumindest 8. Wer die Wahlanfechter sind und was angefochten wurde gibt der Verfassungsgerichtshof nicht bekannt (Staatsgeheimnis). Ist zumindest eine Wahlanfechtung erfolgreich, dann wird entweder neu ausgezählt oder es gibt im Oktober 2016 eine Wahlwiederholung. Diese könnte nur in den beanstandeten Bezirken stattfinden oder in ganz Österreich. Für eine Wahlwiederholung in ganz Österreich spricht, daß der VfGH ja nur stichprobenartig 90 der ca 40.000 Wahlbesitzer in ganz Österreich als Zeugen vernimmt. Die gleichen Mißstände und Gesetzwidrigkeiten in vielen anderen Bezirken sind sehr wahrscheinlich, auch wenn diese in diesem Verfahren nicht verhandelt werden. Eigentlich sollte auch der 1. Wahlgang aufgehoben werden, denn man kann davon ausgehen, daß die gleichen Gesetzwidrigkeiten auch im ersten Wahlgang der Bundespräsidentenwahl 2016 passiert sind. Das bestätigen auch Zeugenaussagen wie diese: "... Das haben wir immer schon so gemacht ...".

22.6.2016: Gegenschrift der Bundeswahlbehörde bei Marschall eingelangt
Zum Wahlanfechtungsverfahren von Mag. Robert Marschall ist heute die 6-seitige Gegenschrift der Bundeswahlbehörde bei ihm eingelangt. Darin bestätigt die Bundeswahlbehörde die Anfechtungslegitimation von Robert Marschall und ebenso, daß seine Wahlanfechtung rechtzeitig eingebracht wurde. 
Mehr dazu auf => Wahlanfechtung 
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20.6. - 23.6.2016: Öffentliche Verhandlungen und Zeugeneinvernahmen beim VfGH

Warum der Verfassungsgerichtshof zuerst die Wahlanfechtung zum 2. Wahlgang der Bundespräsidentenwahl behandelt und erst dann die Wahlanfechtung zum 1. Wahlgang behandelt, ist vom VfGH bis jetzt nicht erklärt worden. Zur FPÖ-Anfechtung des zweiten Wahlganges (zur Stichwahl) gibt es öffentliche Verhandlungen zunächst zum Zweck der Zeugeneinvernahme von rund 90 Personen (Mitglieder von ausgewählten Bezirkswahlbehörden). Am 29.6. und 30.6.2016 gibt es voraussichtlich mündliche Verhandlungen mit den Zustellungsbevollmächtigten.
Jeder darf kommen. Freier Eintritt. Es gibt aber nur ca 100 Plätze im Gerichtssaal, davon ist eine Hälfte für Journalisten und die andere für (normale) Bürger reserviert.
Mehr dazu => Wahlanfechtung Bundespräsidentenwahl 2016



1.6.2016. Die Bundeswahlbehörde beschließt ein neues Ergebnis für 2. Runde:
Das amtliche Endergebnis lautet:
 
    Kandidat   Stimmen      % 
1.  Norbert Hofer (FPÖ)  2.220.654  49,7%
2.  Alexander Van der Bellen (Grüne)   2.251.517  50,3% 
Reihenfolge gemäß Stimmzettel.

ACHTUNG: Probleme mit der Briefwahl und deren Ergebnisse:
In Summe wurden 885.437 Wahlkarten ausgegeben.
* davon im Ergebnis nicht berücksichtigten Wahlkarten (Briefwahlstimmen): 46.800 Stimmen
        Bei 37.065 Wahlkarten fehlte die Unterschrift am Wahlkartenkuvert.
        Bei 3.423 Wahlkarten fehlte das Wahlkuvert im Wahlkartenkuvert
       1.082 Wahlberechtigte verwendeten ein falsches Kuvert und wurden daher im Ergebnis nicht berücksichtigt.
       2.998 Wahlkarten kamen zu früh bei der Bundeswahlbehörde an.
            65 Wahlkarten kamen zu spät bei der Bundeswahlbehörde an.
* Von den mitgezählten Wahlkarten wurden dann zu guter Letzt noch 19.629 Stimmen als ungültig erklärt.
* Bei wievielen Briefwahlstimmen geschummelt wurde, wieviele Wahlkarten per Stimmenkauf einen anderen Besitzer fanden, wieviele Briefwahlstimmen vom Familienoberhaupt eingesammelt und selbst ausgefüllt wurden, bleibt im Dunkeln. Die Stimmabgabe in Moscheen und in islamischen Vereinen in Wien wäre auch einmal eine Recherche wert. Die Gerüchteküche brodelt jedenfalls. Zu beweisen ist das so gut wie nie, denn wer gibt schon zu, daß er oder sie einen Wahlbetrug begangen hat.
   Dem Verfassungsgerichtshof veranlaßte das bisher nicht, die Briefwahl als verfassungswidrig bzw rechtswidrig generell auzuheben. Punktuell gab es aber bei anderen Wahlen in einzelnen Gemeinden schon Wahlwiederholungen .
Mehr => Ergebnisse der BPW16
 

Die Bundespräsidentenwahl ist gleichzeitig die Wahl des nächsten Oberbefehlshabers des Bundesheeres.
Norbert Hofer hat seinen Grundwehrdienst abgeleistet.
Alexander Van der Bellen hat weder einen Grundwehrdienst, noch einen Zivildienst abgeleistet, will aber trotzdem Oberbefehlshaber des Bundesheeres werden !
Hier ein => Vergleich der beiden Kandidaten
 



Die Ergebnisse der Wahl in der 1. Runde vom 24.4.2016:

Endergebnis inkl Briefwahlstimmen (Quelle Innenministerium)
  Kandidat   Stimmen      %
Platz 1: Norbert Hofer  1.499.971   35,1%
Platz 2: Alexander Van der Bellen      913.218   21,3%
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Platz 3: Irmgard Griss     810.641  18,9%
Platz 4: Rudolf Hundstorfer     482.790  11,3%
Platz 5: Andreas Khol     475.767  11,1%
Platz 6: Richard Lugner       96.783    2,3%
Wahlberechtigte  6.382.507   Wahlbeteiligung 68,5 %

Hofer und Van der Bellen haben es in die Stichwahl am 22. Mai 2016 geschafft.
Die anderen vier Kandidaten schieden heute aus.
Mehr Infos => Ergebnisse der Wahl

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Sonstige Kandidaten:

=> Kandidaten der Bundespräsidentenwahl 2016


Was soll der österreichische Bundespräsident überhaupt sein bzw "darstellen"?

    Die einen meinen ein "Staatsnotar", der die Gesetz der Republik Österreich auf das verfassungsmäßige Zustandekommen überprüft. Das ist tatsächlich eine bedeutende Aufgabe des österr. Bundespräsidenten. Dafür sind klarerweise Juristen am besten geeignet. Der Nachteil von Juristen ist wiederum, daß sie vom Alltagsleben oft weit entfernt sind und auch nicht unbedingt mit Hausverstand agieren, sondern nur nach Paragrafen. Wie auch immer, bei dieser Wahl tritt voraussichtlich sowieso kein einziger Notar an.

   Dann gibt es die Strategen, die sich im Präsidenten ein "Gegengewicht zur herrschenden SPÖ-ÖVP-Bundesregierung" wünschen. Dort wo die Bundesregierung geltendes Recht bricht, hat der Bundespräsident einige Möglichkeiten, dagegen vorzugehen (z.B. durch Notverordnungen oder durch Absetzung der gesamten Regierung). Insoferne kann der Bundespräsident sogar ein starkes Gegengewicht zur Bundesregierung werden.

   Andere Bürger wünschen sich einen "Ersatzkaiser", der eine dementsprechende Rolle in der kaiserlichen Hofburg in Wien - dem jetzigen Ort der Präsidentschaftskanzlei - wahrnimmt. Das Kaiserpaar Franzl und Sissi ist eben noch tief in den Köpfen vieler älterer Österreicher verankert: Österreich machte zu Zeiten der Doppelmonarchie Weltpolitik. Da gab es  halt noch die schöne heile Welt , die viele Leute  gerne zurück hätten. Das das Kaiserreich Österreich mit einem Weltkreig zu Ende ging, haben viele Leute schon wieder verdängt. Tatsächlich ist Österreich schon seit 100 Jahren in der parlamentarischen Demokratie angekommen. Es regiert nicht der Kaiser, sondern das Parlament (= Gesetzgebung) . Die österreichische Bundesregierung - eigentlich Staatsverwaltung - und der Bundespräsident führen dann die Gesetze mit ihren Beamtenapparaten aus.

     Wieder andere Leute leben in der heutigen modernen Zeit und wünschen sich eher einen "obersten Alleinunterhalter". Das erklärt zum Beispiel das gute Abschneiden von Ing. Richard Lugner bei der Präsidentenwahl im Jahr 1998. Tatsächlich inszenieren die meisten Parteien in der Wahlphase für ihre Kandidaten, die Journalisten und Wähler ein schönes Schauspiel, um bei ihren möglichen Wähler gut anzukommen. Es kommt halt doch nicht nur auf die beste Qualifikation des Kandidaten an, sondern um eine perfekt Präsentation und Show. Das Fernseh- und Internetzeitalter begünstigt diesen Trend.

          Der Bundespräsident als "oberste moralische Instanz" Österreichs verkörperte wohl am besten Dr. Rudolf Kirchschläger. Seit Dr. Kurt Waldheim, Dr. Thomas Klestil und Dr. Heinz Fischer ist diese moralische Funktion aber in der Gegenwart nicht mehr vorhanden und das erwartet sich das Volk auch kaum mehr wer. Seit Erzbischof Hermann Groer hat selbst die katholische Kirche Österreichs ein Problem damit, sich als oberste moralische Instanz in diesem Land zu positionieren.

    Aufgrund der vielen aktuellen Krisen und Probleme bräuchte Österreich wahrscheinlich einen "Top-Manager" der Republik, der all die akuten Probleme löst, insbesondere die Probleme, wo die Bundesregierung und die Mehrheit des Parlaments derzeit kläglich scheitern (z.B. Zuwanderung, Asylanten, Kriminalität, Arbeitslosigkeit). Noch besser wäre es, das Volk könnte von sich aus Volksabstimmung einleiten und so Entscheidungen herbeiführen, die dann die Bundesregierung umzusetzen hat.

     Eines steht aber schon vor der Präsidentenwahl fest. Einen Wunderwuzzi als österreichischen Bundespräsident wird es vermutlich auch nach der heurigen Wahl 2016 nicht geben, insbesondere auch deshalb, weil die - laut Meinungsumfragen - aussichtsreichen Kandidaten schon das Pensionistenalter erreicht haben.
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Welche Voraussetzungen sollte ein BP-Kandidat erfüllen?

• rein formal genügt es, daß der Kandidat österreichischer Staatsbürger und älter als 35 Jahre ist
• es sollte ihm/ihr ein echtes Anliegen sein, die Interessen des österreichischen Volks zu vertreten
• als Oberbefehlshaber des Bundesheeres sollte er oder sie zumindest einen Grundwehrdienst beim Bundesheer abgeleistet haben. Sonst wird der Bundespräsident als Oberbefehlshaber weder gute Befehle geben können, noch einen geeigneten Verteidigungsminister auswählen und angeloben können.
• es braucht einen geviften Taktiker. Die Tagespolitik wird diesmal entscheidend sein.
• er braucht Stärke, Mut,  Erfahrung, Zuverläßigkeit, Glaubwürdigkeit
• soll die politischen Spielregeln kennen
• eine gute physische und psychische Stärke ist von Vorteil
• je mehr die Parteien an Autorität verlieren, desto wichtiger wird die Autorität des Bundespräsidenten werden. Im Idealfall hat er auch eine Vorbildfunktion für das österreichische Volk.
• beim heurigen Wahlkampf wird es eine andere Stellenausschreibung geben. Welche genau das sind, weiß man nicht.
• überparteilich zu sein ist ein Vorteil
• "Nicht-Politiker" und "Anti-Politiker" zu sein könnten diesmal ein Vorteil sein.
• keiner der bisher bekannten Kandidaten bringt die optimale Job-Voraussetzung mit

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Weitere Informationen:

Die Amtsperiode des Bundespräsidenten ist 6 Jahre,
    außer der amtierende Bundespräsident stirbt, tritt zurück oder wird abgewählt.

=> Politikergehälter  in Österreich ab 1.1.2016: Der Bundespräsident kassiert offiziell 24.322 Euro monatlich x 14 an Steuerzahlergeld.
=> Staatsfeiertag am 1. Mai (zu Ehren der österreichischen Bundesverfassung )
=> Österreichische Bundeshymne
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Medienberichte:

19.6.2016: Präsidentschaftswahl: Verfassungsgericht auf der Suche nach dem Wählerwillen; Der Standard vom 19.6.2016
16.6.2016: Dichtung und Wahrheit => Marthin Thür vom 16.6.2016
(über vorzeitiges Auszählen; nicht erschienene Wahlbeisitzer; am Montag arbeiten im Beruf statt in der Wahlbehörde beim Briefwahlauszählen, fremde Personen als Stimmenauszähler...)
10.6.2016: Acht Anfechtungen gegen Hofburg-Wahl eingelangt; Unter den Anfechtern befindet sich auch der an der Unterschriftenhürde gescheiterte EU-Gegner Marschall. Der Nationalrat bereitet die Angelobung vor. Die Presse vom 10.6.2016
8.6.2016: PULS4 berichtet über 3 Wahlanfechtungen zur Bundespräsidentenwahl; PULS4 vom 8.6.2016
8.6.2016: Briefwahl-Murks, aber kein Betrug; KURIER vom 8.6.2016
2.6.2016: Woran die meisten Wahlkartenwähler scheiterten; Die Presse vom 2.6.2016
1.6.2016: Hofburg-Stichwahl: 46.800 Wahlkarten ungültig; Die Presse vom 1.6.2016
30.5.2016 Österreich-Wahl: Zwischen Uganda und Dollfuss; Compact vom 30.5.2016
26.5.2016: Wahlunregelmäßigkeiten und ihre Dimension; Der Standard vom 26.5.2016
25.5.2016: 146,9% Wahlbeteiligung in Waidhofen, 585% in Linz?; Salzburger Nachrichten vom 25.6.2016

Infos => Medienberichte zur Bundespräsidentenwahl 2016 .
 

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Austrian presidential elections at 22. May 2016 / #bpw2016 / presidente Austria


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