Bundespräsidentschaftswahl 2016 . TV-Programm . Briefwahl . Ergebnisse . Wahlrecht. Impressum
Kandidaten der Stichwahl:  Norbert Hofer (45 J., Mandatar) / Alexander Van der Bellen (72 J., Pensionist)

Bundespräsidentenwahl in Österreich
 

22.5.2016: Stichwahl  (2. Runde der Präsidentschaftswahl)

Der Wahltag der Runde 2 der Bundespräsidentenwahl (= Stichwahl) ist Sonntag, der  22. Mai 2016.
Am Stimmzettel stehen
                                             1. Norbert Hofer (FPÖ)
                                             2. Alexander Van der Bellen ("nichtgrün")

Die Bundespräsidentenwahl ist gleichzeitig die Wahl des nächsten Oberbefehlshabers des Bundesheeres.
Norbert Hofer hat seinen Grundwehrdienst abgeleistet.
Alexander Van der Bellen hat weder einen Grundwehrdienst, noch einen Zivildienst abgeleistet.
 
 
Kandidaten der Stichwahl  Norbert Hofer   Alexander Van der Bellen
 
Alter: 45 Jahre
geboren am 2. März 1971 in Vorau 
72 Jahre
geboren am 18. Jänner 1944 in Wien
Ehe / Kinder: 2. Ehe, 4 Kinder
(davon 3 Kinder aus erster Ehe).
2. Ehe, 2 Kinder
ließ sich erst kurz vor Bekanntgabe seiner Kandidatur von seiner ersten Frau scheiden und heiratete seine langjährige geheime Freundin. 
Beruf: Abgeordneter, 3. Nationalratspräsident Pensionist
Parteimitgliedschaft: FPÖ Grüne, (zuvor SPÖ)
Partei-Unterstützung: FPÖ Grüne, teils SPÖ 
VDB sieht sich als "unabhängiger" Kandidat, aber nicht als Kandidat der Grünen Partei.
Farbe: blau nichtgrün, ex-rot, ("Chamäleon"?)
Grundwehrdienst / Zivildienst abgeleistet nicht abgeleistet ("Drückeberger")
Demokratische Einstellung: würde Glawischnig / Grüne (= seine politischen Gegner) bei einer Mehrheit angeloben.

Als dritter Nationalratspräsident des österreichischen Parlaments verursachte er keinerlei Beschwerden oder Kritik. Überparteiliche und korrekte Amtsführung.

Daher Demokrat.

würde HC Strache / FPÖ selbst bei einer absoluten Mehrheit nicht angeloben, das Parlament auflösen und Neuwahlen ansetzen. Van der Bellen ist somit ein Anti-Demokrat. ("Links-Faschist", teilweise mit neoliberalen Positionen.)
Bezeichnend ist auch, daß sich Van der Bellen bei der Wien-Wahl 2010 in einem Vorzugsstimmen-Wahlkampf bewarb, von den Wählern ein Vorzugsstimmenmandat erhielt und dieses dann nicht annahm (= Wählertäuschung). Das Mandat ging übrigens an Senol Akkilic, der später zur SPÖ wechselte und eine Stunde danach die Wiener Wahlrechtsreform 2015 - zum Schaden der Grünen und anderer Kleinparteien - verhinderte.
Direkte Demokratie: ja, 
genaue Ziele u. Positionen unbekannt
ja, 
lehnt aber nationale Volksabstimmungen ab; *)
genaue Ziele u. Positionen unbekannt
TTIP (EU-USA-Handelsvertrag): nein zu TTIP, 
fordert Volksabstimmung
als Ökonom ja zu TTIP
als Bundespräsidentschaftskandidat dagegen.
Will jetzt die TTIP-Verhandlungen für 1 bis 2 Jahre stoppen und dann ...?
Asylanten-Obergrenze: nein; echte Asylanten sollen unbegrenzt aufgenommen werden. Die meisten derzeitigen Zuwanderer sind Wirtschaftsflüchtlinge / Scheinasylanten, die zurückgewiesen werden sollten. nein; 
Refugees welcome
Home-Ehe ?
(die Möglichkeit für Homosexuelle zu heiraten und auch alle Rechte der Ehe zu haben. Eheschließung für Schwule.)
dagegen.
Hofer ist gegen die Ehe von gleichgeschlechtlichen Personen (= gegen "Homoehe").
dafür.
Van der Bellen ist für die Ehe von gleichgeschlechtlichen Personen. (= für "Homoehe"), inklusive Adoptionsrecht für homosexuelle Ehepaare.
Feminist ? Nein, Norbert Hofer sieht sich weder als Macho, noch als Feminist. Ja, Van der Bellen sieht sich - obwohl er Mann ist - trotzdem als Feminist. 
EU: Hofer ist ein EU-Freund
aber in vielen Bereichen sehr EU-kritisch
VDB will mehr EU
Ziel Van der Bellens sind die "Vereinigten Staaten von Europa" und die Auflösung der Nationalstaaten (z.B. auch Österreich)

*) Qu. http://meinparlament.wienerzeitung.at/p/739/alexander-van-der-bellen/?site=question&topic_id=7 ; jedoch war der Homo-Ehe nicht im geplanten Koalitionspakt der Grünen mit der ÖVP im Jahr 2003 => http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/217581/Und-wie-ist-das-jetzt-mit-der-HomoEhe

.
Wahlempfehlungen:
SPÖ, ÖVP und NEOS wollen keine Wahlempfehlung für einen der beiden Kandidaten abgeben, ebenso nicht die Ex-Kandidaten Irmgard Griss, Rudolf Hundstorfer und Andreas Khol.
Wem Richard Lugner bei der Stichwahl unterstützen wird? Lugner verärgert: "NIEMANDEN" !
Die EU-Austrittspartei empfiehlt Norbert Hofer, da er zumindest starker EU-Kritiker, für direkte Demokratie und gegen TTIP ist.
Das Team Stronach (TS) hält ihre Wahlempfehlung für Norbert Hofer auch für die Stichwahl aufrecht, da dieser dem Team Stronach „ideologisch wesentlich näher“ stehe, als Van der Bellen. Norbert Hofer lägen die Österreicher am Herzen und nicht die Zuwanderer.



Die Ergebnisse der Wahl in der 1. Runde vom 24.4.2016:

Endergebnis inkl Briefwahlstimmen (Quelle Innenministerium)
  Kandidat   Stimmen      %
Platz 1: Norbert Hofer  1.499.971   35,1%
Platz 2: Alexander Van der Bellen      913.218   21,3%
-------------------------------------
Platz 3: Irmgard Griss     810.641  18,9%
Platz 4: Rudolf Hundstorfer     482.790  11,3%
Platz 5: Andreas Khol     475.767  11,1%
Platz 6: Richard Lugner       96.783    2,3%
Wahlberechtigte  6.382.507   Wahlbeteiligung 68,5 %

Hofer und Van der Bellen sind in die Stichwahl am 22. Mai 2016.
Die anderen vier Kandidaten scheiden aus.
Mehr Infos => Ergebnisse der Wahl

________________________________________________

Wer am amtlichen Stimmzettel der 1. Runde am 24.4.2016 stand:

Dr. Irmgard Griss (69 J.), Ing. Norbert Hofer (45 J.), Rudolf Hundstorfer (64 J.), Dr. Andreas Khol (74 J.),
Ing. Richard Lugner (83 J.), Dr. Alexander Van der Bellen ( 72 J.).
=> Kandidaten der Bundespräsidentenwahl 2016

________________________________________________

Letzte Meinungsumfragen vor dem 1. Wahlgang:

Van der Bellen 25%, Hofer 24%, Griss 22%Hundstorfer 15%, Khol 11%, Lugner 3%.
Qu.: 889 Befragte, von OGM-Umfrage für KURIER  am 15.4.-16.4.2016 )

Van der Bellen 26%, Hofer 24%, Griss 20%Hundstorfer 16%, Khol 11%, Lugner 3%.
Qu.: 400 Befragte, von Gallup-Umfrage für Tageszeitung Österreich am 11.4.-13.4.2016 )
 


Was soll der österreichische Bundespräsident überhaupt sein bzw "darstellen"?

    Die einen meinen ein "Staatsnotar", der die Gesetz der Republik Österreich auf das verfassungsmäßige Zustandekommen überprüft. Das ist tatsächlich eine bedeutende Aufgabe des österr. Bundespräsidenten. Dafür sind klarerweise Juristen am besten geeignet. Der Nachteil von Juristen ist wiederum, daß sie vom Alltagsleben oft weit entfernt sind und auch nicht unbedingt mit Hausverstand agieren, sondern nur nach Paragrafen. Wie auch immer, bei dieser Wahl tritt voraussichtlich sowieso kein einziger Notar an.

   Dann gibt es die Strategen, die sich im Präsidenten ein "Gegengewicht zur herrschenden SPÖ-ÖVP-Bundesregierung" wünschen. Dort wo die Bundesregierung geltendes Recht bricht, hat der Bundespräsident einige Möglichkeiten, dagegen vorzugehen (z.B. durch Notverordnungen oder durch Absetzung der gesamten Regierung). Insoferne kann der Bundespräsident sogar ein starkes Gegengewicht zur Bundesregierung werden.

   Andere Bürger wünschen sich einen "Ersatzkaiser", der eine dementsprechende Rolle in der kaiserlichen Hofburg in Wien - dem jetzigen Ort der Präsidentschaftskanzlei - wahrnimmt. Das Kaiserpaar Franzl und Sissi ist eben noch tief in den Köpfen vieler älterer Österreicher verankert: Österreich machte zu Zeiten der Doppelmonarchie Weltpolitik. Da gab es  halt noch die schöne heile Welt , die viele Leute  gerne zurück hätten. Das das Kaiserreich Österreich mit einem Weltkreig zu Ende ging, haben viele Leute schon wieder verdängt. Tatsächlich ist Österreich schon seit 100 Jahren in der parlamentarischen Demokratie angekommen. Es regiert nicht der Kaiser, sondern das Parlament (= Gesetzgebung) . Die österreichische Bundesregierung - eigentlich Staatsverwaltung - und der Bundespräsident führen dann die Gesetze mit ihren Beamtenapparaten aus.

     Wieder andere Leute leben in der heutigen modernen Zeit und wünschen sich eher einen "obersten Alleinunterhalter". Das erklärt zum Beispiel das gute Abschneiden von Ing. Richard Lugner bei der Präsidentenwahl im Jahr 1998. Tatsächlich inszenieren die meisten Parteien in der Wahlphase für ihre Kandidaten, die Journalisten und Wähler ein schönes Schauspiel, um bei ihren möglichen Wähler gut anzukommen. Es kommt halt doch nicht nur auf die beste Qualifikation des Kandidaten an, sondern um eine perfekt Präsentation und Show. Das Fernseh- und Internetzeitalter begünstigt diesen Trend.

          Der Bundespräsident als "oberste moralische Instanz" Österreichs verkörperte wohl am besten Dr. Rudolf Kirchschläger. Seit Dr. Kurt Waldheim, Dr. Thomas Klestil und Dr. Heinz Fischer ist diese moralische Funktion aber in der Gegenwart nicht mehr vorhanden und das erwartet sich das Volk auch kaum mehr wer. Seit Erzbischof Hermann Groer hat selbst die katholische Kirche Österreichs ein Problem damit, sich als oberste moralische Instanz in diesem Land zu positionieren.

    Aufgrund der vielen aktuellen Krisen und Probleme bräuchte Österreich wahrscheinlich einen "Top-Manager" der Republik, der all die akuten Probleme löst, insbesondere die Probleme, wo die Bundesregierung und die Mehrheit des Parlaments derzeit kläglich scheitern (z.B. Zuwanderung, Asylanten, Kriminalität, Arbeitslosigkeit). Noch besser wäre es, das Volk könnte von sich aus Volksabstimmung einleiten und so Entscheidungen herbeiführen, die dann die Bundesregierung umzusetzen hat.

     Eines steht aber schon vor der Präsidentenwahl fest. Einen Wunderwuzzi als österreichischen Bundespräsident wird es vermutlich auch nach der heurigen Wahl 2016 nicht geben, insbesondere auch deshalb, weil die - laut Meinungsumfragen - aussichtsreichen Kandidaten schon das Pensionistenalter erreicht haben.
________________________________________________

Welche Voraussetzungen sollte ein BP-Kandidat erfüllen?

• rein formal genügt es, daß der Kandidat österreichischer Staatsbürger und älter als 35 Jahre ist
• es sollte ihm/ihr ein echtes Anliegen sein, die Interessen des österreichischen Volks zu vertreten
• als Oberbefehlshaber des Bundesheeres sollte er oder sie zumindest einen Grundwehrdienst beim Bundesheer abgeleistet haben. Sonst wird der Bundespräsident als Oberbefehlshaber weder gute Befehle geben können, noch einen geeigneten Verteidigungsminister auswählen und angeloben können.
• es braucht einen geviften Taktiker. Die Tagespolitik wird diesmal entscheidend sein.
• er braucht Stärke, Mut,  Erfahrung, Zuverläßigkeit, Glaubwürdigkeit
• soll die politischen Spielregeln kennen
• eine gute physische und psychische Stärke ist von Vorteil
• je mehr die Parteien an Autorität verlieren, desto wichtiger wird die Autorität des Bundespräsidenten werden. Im Idealfall hat er auch eine Vorbildfunktion für das österreichische Volk.
• beim heurigen Wahlkampf wird es eine andere Stellenausschreibung geben. Welche genau das sind, weiß man nicht.
• überparteilich zu sein ist ein Vorteil
• "Nicht-Politiker" und "Anti-Politiker" zu sein könnten diesmal ein Vorteil sein.
• keiner der bisher bekannten Kandidaten bringt die optimale Job-Voraussetzung mit

________________________________________________

Weitere Informationen:

Die Amtsperiode des Bundespräsidenten ist 6 Jahre,
    außer der amtierende Bundespräsident stirbt, tritt zurück oder wird abgewählt.

=> Politikergehälter  in Österreich ab 1.1.2016:: Bezüge / Einkommen: Der Bundespräsident kassiert offiziell 24.322 Euro monatlich x 14 an Steuerzahlergeld.
=> Staatsfeiertag am 1. Mai (zu Ehren der österreichischen Bundesverfassung )
=> Österreichische Bundeshymne
________________________________________________

Medienberichte:

27.4.2016: Ö1-Klartext: Norbert Hofer gegen Alexander Van der Bellen; ORF.at vom 27.4.2016
                    (Video 1:00 Stunde; Ö1-Moderator Klaus Webhofer)
26.4.2016: Der Trump-Effekt nach der Bundespräsidenten-Wahl, Die Presse vom 26.4.2016
26.4.2016: Häupl: Koalition wird nicht bis 2018 halten; Der Standard vom 26.4.2016
26.4.2016: SPÖ-Parteijugend fordert Faymanns Rücktritt; Kleine Zeitung vom 26.4.2016
26.4.2016: Die Hofburg als Oppositionszentrale, Die Presse vom 26.4.2016
25.4.2016  Eine Wahl über den EU-Kurs; Der Standrad vom 25.4.2016
25.4.2016  Khol tritt ab und Hundstorfer taucht unter: KURIER vom 25.4.2016

Infos => Medienberichte zur Bundespräsidentenwahl 2016 .
________________________________________________

Austrian presidential elections at 22. May 2016 / #bpw2016 / presidente Austria


Impressum   www.bundespraesidentschaftswahl.at